
Daten, Zahlen, Fakten
Moosach - ein Stadtbezirk mit Tradition
Der 10. Stadtbezirk im Nordwesten der Stadt erstreckt sich vom Mittleren Ring im Osten über das Rangierbahnhofgelände im Nordenund der Waldhornstraße im Westen bis zum Westfriedhof im Süden. Mit dem Mittleren und Äußeren Verkehrsring sowie deren Zubringern, der Dachauer Straße und der Von-Kahr-Straße, durchschneiden bzw. tangieren den Stadtbezirk Hauptverkehrsstraßen mit erheblichem Durchgangsverkehr. Einen gewissen ökologischen Ausgleich innerhalb des Stadtbezirks bringen die Landschaftsschutzgebiete Kapuzinerhölzl und Hartmannshofer Wald, einige Kleingartenanlagen sowie der Westfriedhof. Mit der vom Stadtrat beschlossenen Stadtgebietsneugliederung sind mit Wirkung vom 1.5.1996 alle Gemarkungsteile von Neuhausen und Nymphenburg wieder dem gleichnamigen (9.) Stadtbezirk zugeschlagen worden, was einenVerlust von knapp 30 000 Einwohnern zur Folge hatte. Damit umfasst der 10. Stadtbezirk heute in etwa das Gebiet der ehemaligen Gemeinde Moosach. Quelle: Statistisches Taschenbuch 2009, Statistisches Amt München, 2009
Moosach gehört zu den ältesten Stadtteilen Münchens. Bereits 807 wurde das Dorf erstmals urkundlich erwähnt und beging 2007 sein1200jähriges Gründungsjubiläum. Im Jahr 1892 wurde Moosach an das Eisenbahnnetz angeschlossen. Industriebetriebe siedelten sich an, die Zahl der Wohnsiedlungen stieg. Im Jahr 1913 wurde die selbstständige Gemeinde Moosach nach München eingemeindet und Teil des Stadtbezirkes Neuhausen-Moosach. Die städtebauliche Entwicklung in Moosach setzte im wesentlichen aber erst nach dem Zweiten Weltkrieg ein. Einfamilienhaus-, Reihenhaus- und aufgelockerter (freifinanzierter, öffentlich geförderter und genossenschaftlicher) Geschosswohnungsbau sorgen in weiten Bereichen für geringe Wohndichten.Nach Osten zu verdichtet sich die Bebauung (Olympia-Pressestadt und Wohnanlagen aus der Zwischenkriegszeit). Erwähnenswert ist die zwischen 1924 und 1930 errichtete, mittlerweile unter Denkmalschutzstehende, Mustersiedlung „Borstei“ in der Süd-Ost-Ecke des Stadtbezirks, benannt nach ihrem Erbauer, Senator h.c. Bernhard Borst. Schon damals wurde in dieser Siedlung mit 77 Häusern und 800 Wohnungen auf rund 9 ha Fläche der Autoverkehr weitgehend ausgeschlossen.Mit dem „Moosacher Stachus“ an der Dachauer-/Bauberger-/Pelkovenstraße und dem Olympia-Einkaufs-Zentrum besitzt der Stadtbezirk zwei Zentren mit Einkaufsmöglichkeiten aller Art und einem entsprechenden breiten Dienstleistungsangebot, deren Einzugsbereich zum Teil weit über den Stadtbezirk hinaus reicht. Der Stadtbezirk ist mit dem Ausbau der U-Bahnlinie 3 zum Olympia-Einkaufszentrum (Einweihung des Bahnhofs im Oktober 2007) und weiter mit derVerlängerung der letzten Teilstrecke bis zum Bahnhof Moosach (Fertigstellung Ende 2010) gut an den öffentlichen Personennahverkehr angeschlossen. Von 2001 bis 2004 wurde das Bürohochhaus Uptown München errichtet, das mit 146 Metern Höhe, nach dem Olympiaturm, das zweithöchste Gebäude der Stadt ist. Nördlich der Borstei entsteht zur Zeit, als Teil eines geplanten Technologieparks, ein neues Münchner Gewerbehof- und Technologiezentrum mit 12 000 qm Büro, Labor- und Werkstattflächen. In Moosach leben verhältnismäßig viele Familien mit Kindern; entsprechend unterrepräsentiert sind Einpersonen-Haushalte. Der Anteil der ausländischen Bevölkerung liegt über dem Stadtdurchschnitt.

